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Topic-icon Starker Leistungseinbruch bei starker Beschleunigung (NB)

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07 Apr 2020 11:16 #1 von Bullit
Bullit erstellte das Thema Starker Leistungseinbruch bei starker Beschleunigung (NB)
Hi Leute,

schon im letzten Jahr hatte ich gegen Ende der Saison Probleme mit meinem 1998er NB wenn ich in den unteren Gängen von jetzt auf gleich Vollgas gegeben habe.

Zwischen 4.000 und 5.000 U/min zeigte sich ein plötzlicher Leistungsabfall. Das fühlte sich an als ob entweder der Benzinzufluss oder die Zündung kurzzeitig aussetzt. Der MX knickte einfach ein. Ein sogenanntes Magerknallen, wenn also zu wenig Sprit im Zylinder ist, war nicht zu hören.

Eine Untersuchung der Zündkabel (von I.L.Motosport und erst zwei Jahre alt) und Zündspulen (hier kann man nur nachschauen ob die Kontakte Abbrand haben oder die Gehäuse Beulen oder Löcher aufweisen, evtl. könnte man noch Funkenschlag hören) brachten aber keine Auffälligkeiten zu Tage.

Ca. 4 Wochen zuvor hatte ich die Lichtmaschine (LM) gegen eine neue getauscht. Hier kam mir dann die Frage in den Sinn ob diese genug Strom liefert, denn im NB FL wurde eine stärke LM verbaut. Eine ständig mitlaufende Spannungsüberwachung zeigte keine Spannungseinbrüche, also schien die Stromversorgung OK zu sein.

Da ich ein Additiv zur Abdichtung der Kolbenringe in den Ölkreislauf gegeben habe, traute ich meinen erst 5 Monate alten Zündkerzen nicht mehr. Solange der MX noch Öl mitverbrennt kommt natürlich auch das Additiv mit den Zündkerzen in Berührung. Der Abbrand der Kerzen sah zwar OK aus, aber auf Verdacht habe ich die Zündkerzen gegen NGK mit Iridium-Elektroden ausgetauscht. Das Brachte aber auch keine Besserung bzgl. des Fehlers.

Eine Neupositionierung des Drehwinkelgebers (auch Drehzahlsensor genannt) an der Riemenscheibe verschob das Problem mehr in Richtung 5.000 U/min.

Auch der Klopfsensor geriet in Verdacht, dieser ist im Moment aber nur gebraucht zu bekommen. Mit Hilfe dieses Schallsensors überwacht das Steuergerät die Klopffestigkeit des Sprits und verstellt nach Bedarf den Zündzeitpunkt. Tests mit Sprit höherer Oktanzahl (höhere Oktanzahl = weniger klopfen) zeigten aber keine Veränderung. Bei Fahrten über Schlaglochstrecken hatte ich den Eindruck, dass mein MX ebenfalls ganz kurz Leistung verliert.

Bis zum Saisonende konnte ich den Fehler nicht wirklich finden und habe über den Winter die Fehlersuche eingestellt da keine Probefahrten möglich waren.

Nach 5 monatigem Winterschlaf zeigte sich folgendes Bild. Bei ersten Start waren rhythmische Geräusche aus dem Motorraum zu vernehmen. Die Ursache war schnell gefunden - die Riemenscheibe eiert leicht. Ein Problem das bei NA und NB mal mehr oder weniger stark auftritt.

Bei Youtube kann man das mit den Begriffen "crankshaft pulley wobble" suchen. So schlimm wie dort zu sehen ist es bei meinem MX aber nicht. Die Reparatur ist sehr teuer, meist wird gleich ein Austauschmotor empfohlen.

Sobald der Motor einige KM gelaufen hatte, also warm war, war das Geräusch weg. Am nächsten Morgen war es dann aber wieder da, zumindest bis der Motor wieder warm war.

Erster - anscheinend erfolgreicher - Reparaturversuch:
Lichtmaschine soweit lösen, dass der Keilriemen so gerade eben nicht quietscht (Bitte auch mit zugeschalteten Verbrauchern - Licht, Heckscheibenheizung - prüfen). Das entlastet die Riemenscheibe bzw. deren Verbindung zur Kurbelwelle von seitlichem Zug. Das Rumeiern wurde tatsächlich etwas weniger.

Dann habe ich mit einer Fühlerlehre den Abstand zwischen den Zapfen auf der Riemenscheibe (für Drehzahlabnahme durch Drehzahlsensor für das Steuergerät) auf 1mm (Werksvorgabe 0,5 bis 1,5 mm) eingestellt.

Eine erste Probefahrt zeigte bis 6.500 U/min keine Probleme. Weiter habe ich ihn zwar noch nicht hochgedreht, das sieht aber bisher gut aus.
Nach derzeitiger Interpretation scheint es also so zu sein, dass ab einer bestimmten Drehzahl der Drehzahlsensor nicht mehr alle Impulse (4 pro Umdrehung der Riemenscheibe) mitbekommen hat. Die Zapfen könnten in zu großem Abstand am Sensor vorbei- UND auch noch durch das Eiern seitlich aus dem Aufnahmebereich des Sensors gelaufen sein. So könnte das Steuergerät falsche Informationen erhalten haben und sorgte durch (falsches) Nachregeln für die Symptome.

Mal schauen wie sich das entwickelt. Sollte sich was neues Ergeben, werde ich das hier weiter beschreiben.

P.S.: Noch ganz kurz was zum LM-Tausch
Ich habe die LM getauscht, weil ich beim Zuschalten von Verbrauchern wie Licht und/oder Heckscheibenheizung einen quietschenden Keilriemen hatte. Dieses Problem ist gerade bei NBs (1998-2000) bekannt. Es scheint nur in seltenen Fällen die LM schuld zu sein, oft soll die Regelung der LM die im Steuergerät (ECU) sitzt schuld sein. Hier sollen sich Kondensatoren von ihren Werten so verändern, dass die Messwerte in der ECU verfälscht werden.

Man könnte seine ECU bei der Glaubitz GmbH & Co. KG (erreichbar unter ecu.de) prüfen und reparieren lassen.

Übrigens scheint beim LM-Tausch gerade bei den NB bzw. NBFL Vorsicht geboten. Ob es NAs gibt die den Regler auch in die ECU verlagert haben kann ich nicht sagen.

Jan Spiess von SPS schwört auf Hella.
I.L.Motorsport unterscheidet bei den LM (Hersteller unbekannt) zwischen NB und NBFL.

Auf anderen Plattformen im Netz findet man meist nur die Unterschiede 70 oder 80A. Aber die NBs mit Regelung in der ECU können anscheinend eine falsche LM übel nehmen und die ECU töten. Die LMs sollen sich durch ihre Innenwiderstände unterscheiden. Wenns dicke kommt, dann fließt zuviel Strom in der ECU, diese wird dann zu warm und stirbt.

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13 Apr 2020 07:51 #2 von Bullit
Bullit antwortete auf das Thema: Starker Leistungseinbruch bei starker Beschleunigung (NB)
NACHTRAG:

Nach nun fast 300km läuft mein NB und läuft und läuft.

Der Fehler mit dem plötzlichen Leistungseinbruch ab 4.500 U/min scheint also gefixt zu sein.

Der Abstand zwischen Riemenscheibe und Drehwinkelsensor (Drehzahlsensor) sollte also tatsächlich mit einer Fühlerlehre eingestellt werden. Ansonsten kann es anscheinend zu seltsamen Effekten kommen.

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